Samstag, 5. November 2011
"Brille, du bist nicht mein Erbe!"
Diesen Blog möchte ich gezielt mit einer Geschichte über mich selbst anfangen.
Momentan merke ich, wie der Heilige Geist sehr viel darüber offenbart, was unsere Identität in Ihm wirklich bedeutet.
Das hat viele Facetten und ich bin jeden Tag auf´s Neue gespannt, welche ich wohl als nächstes aufdecken werde. Es ist ein ständiges Versteckspiel. Ich hab einmal in einem Buch gelesen, dass der Vater nicht Dinge VOR uns versteckt, sondern FÜR uns. Und es macht ihm noch viel mehr Freude als uns, zu sehen, wie wir sie finden.
Allein der Gedanke an kleine Kinder, die voller Spannung und freudigem Gekreische durch´s Haus jagen, um das zu finden, was ihr Vater für sie versteckt hat, bringt ein Lächeln auf mein Gesicht, weil ich die Aufregung förmlich in der Luft knistern spüre.
Hier also eine Sache, die der Vater versteckt hat, die ich ENDLICH aufgedeckt habe und bei der ich viel Hilfe brauchte, sie zu finden...
Fangen wir damit an, dass Jesus JEDEN geheilt hat, der zu ihm kam!
Niemand war ausgeschlossen... Niemand IST ausgeschlossen!!
Auch nicht ich!!
Das zu verstehen, hat mich mein gesamtes bisheriges Leben gekostet.
Aber es hat sich gelohnt und ich möchte jeden ermutigen, diese Worte zu nehmen und sie in sein Herz zu pflanzen. Begeht nicht den gleichen Fehler wie ich, die immer wieder die Worte durch ihre Ohren sausen ließ, dass Jesus bei keinem eine Ausnahme macht und jeden heilt...
Nun aber zur Geschichte, sonst habt ihr das Interesse verloren, ehe ihr am Ende angekommen seid! :D
In der 8. Klasse- das ist schon ein paar Tage her- merkte ich, wie ich die Tafel nicht mehr klar erkannte...
Weitere Jahre vergingen, bis ich in der 12. Klasse zum Augenarzt ging. Wie sollte es anders kommen. Ich fand mich bei Fielmann wieder und suchte eine Brille aus. Ich hasste den Gedanken daran.
Seit Anbeginn verabscheute ich diese Brille. Natürlich können wir von Glück reden, dass es die Möglichkeit der Sehhilfen gibt, aber ich wollte dieses Ding nicht!
Ich hatte auf dem rechten Auge eine Dioptrinzahl von -0,75 und -1,25 links.
Innerhalb eines Jahres verschlechterte sich meine Sicht auf -1 rechts und -2 links.
Ich tobte!
Immer wieder stellte ich mich vor den Spiegel und sprach zu meinen Augen:
"Ihr seid die Geheilten Gottes! Ihr habt NICHT DAS RECHT, weniger als 100 Prozent zu sehen! So hat euch Gott nicht geschaffen! Gesundheit ist mein Erbe!"
Jahrelang ging das so.
Vor zwei Jahren machte ich einen Sehtest.
Meine Augen waren noch immer gleich geblieben.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich mit der Zeit dankbar darüber wurde, dass meine Augen nicht schlechter geworden sind!
Doch das war auch nur eine Alternative für das, was Jesus für mich hat... und er will doch immer das Allerbeste geben!!
Man kann sich natürlich mit der Alternative zufrieden geben, doch lohnt es sich einfach, nach dem Besten zu greifen- auch, wenn man dafür manchmal tiefer graben muss und Dinge über sich selbst lernen muss, die unter Umständen weh tun könnten.
So also auch in diesem Fall!!
In der letzten Woche habe ich wieder oft darüber nachgedacht und gebetet, dass ich diese Brille nicht mehr will und sie einfach nicht zu meinem Körper gehört!
Und auf einmal bekam ich eine ziemlich klare Ansage vom Heiligen Geist: "Wenn du sie nicht haben willst, dann tritt drauf!"
Sofort schoss der Gedanke hoch: "Was, wenn du drauf trittst und hinterher musst du zu Fielmann gehen und dir eine neue, TEURE Brille machen lassen...?!" ...und dann merkte ich genau DEN Punkt, der weh tat: Ich musste vertrauen und komplett die Kontrolle abgeben- genauso wie den kleinsten Zweifel an meinen doch so großen Gott!
Und ich trat trotzdem nicht drauf! Das forderte meinen Glauben dermaßen heraus...
So! Dann saß ich am Sonntag im Bus auf dem Weg zur Gemeinde und machte meine Brille sauber. Um die Geschichte kurz zu machen: Das rechte Glas brach kaputt! (Ich war´s nicht! :P )
Ich dachte nur so im Stillen: "Herr, wenn das jetzt der Wink mit dem Zaunpfahl war, DANN WAR DER PFAHL ABER ZIEMLICH GROß!!!!"
Fast am Ende des Gottesdienstes stellte ich mich dann an den Rand ganz weit weg von allen anderen. Ich musste alleine mit Jesus sein. Ich warf die kaputte Brille auf die Erde, während die anderen in Anbetung versanken, und dachte: "Jesus, was muss ich jetzt nur tun, damit meine Augen heil werden?"
Und dann kam eine so liebevolle Antwort, die ich ab dem Zeitpunkt dann ENDLICH verstand:
"Justine, DU musst gar nichts tun! Du kannst es dir einfach NICHT verdienen! Das ist alles MEINE Gnade!"
Kennt ihr das? Man hört oder liest Dinge tausende Male und es scheint zwar im Kopf hängen zu bleiben, aber es sackt nicht weiter runter... und dann sagt es dir der Heilige Geist PERSÖNLICH und mit einem Mal geht das Licht an und du wirst total von den Lügen überführt, die du jahrelang geglaubt hast!
Also trat ich einfach mal so richtig schön auf dieses Ding drauf!
Danach blickte ich auf die Bruchstücke runter, die nun mehr geworden waren (!) und sagte: "Brille, du gehörst nicht zu meinem Körper! Du bist nicht mein Erbe!"
Ich sah nach vorne zur Bühne und hatte plötzlich das Gefühl, als würden sich meine Augen ein kleines bisschen schärfer stellen. Meine Sehnerven zogen in meinem Kopf.
Am Montag ging ich dann zu Fielmann. Ich BRAUCHTE einen Sehtest.
Nachdem ich den ganzen Tag auf den Computer gestarrt hatte und ohne Brille arbeiten war, klärte man mich darüber auf, dass es sinnvoller wäre, den Test morgens zu machen, weil die Augen über den Tag doch angetrengt wären. ICH WOLLTE TROTZDEM MEINEN TEST!
Meine bekannten Werte wurden eingestellt.
Ich sollte Zahlen lesen, Punkte erkennen, Linien beschreiben...
Und nun fing die ganze Geschichte an, spannend zu werden!
Die Frau meinte, die letzte Zahlenreihe hätte ich schon gar nicht mehr lesen müssen, weil das so klein ist, dass es kaum noch jemand erkennt.
Das wären schon 120 %, mit denen ich da gesehen hätte und damit würde das über dem Durchschnitt liegen! :D
Sie fragte, wie lange ich die Werte schon hatte. Als ich antwortete, ich hätte sie schon 4 Jahre, guckte sie nur!
"Das ist sehr gut! Das Auge entwickelt sich bis Mitte 20. Bei Kurzsichtigen verschlechtert sich deshalb das Auge alle zwei Jahre etwa um 0,5 Dioptrin.
Also selbst, wenn Ihre Augen gleich geblieben oder um 0,25 Dioptrin schlechter geworden wären, wäre das noch gut gewesen, weil das über dem Durchschnnitt liegt.
ABER IHRE AUGEN SIND AUF BEIDEN SEITEN UM JEWEILS 0,25 DIOPTRIN BESSER GEWORDEN!!!"
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
ICH TANZTE FAST AUF MEINEM STUHL!!!!!!!
Ich konnte es nicht fassen!!!
Und heute war ich eine neue Brille abholen, die neue Gläser hat- Gläser, die eine Stärke von -0,75 rechts und -1,75 links haben!!!
Und selbst jetzt weiß ich, auch diese Brille werde ich nicht mehr lange brauchen, weil meine Augen Stück um Stück besser werden.
Denn DAS ist die Normalität! Das ist das himmlische Prinzip, das unser wahres Erbe ist:
Dass die Dinge nicht schlechter werden, sondern IMMER BESSER!!!
Wir sind versetzt an himmlische Orte und das ist unser wahres Erbe.
Wir können nichts tun, um es zu verdienen!
Wir können uns nur entscheiden, es zu ergreifen!!
Was für eine Gnade, dass uns unser lieber Vater so beschenkt und so eine Freude daran hat, Sachen FÜR uns und nicht VOR uns zu verstecken!
Viel Spaß bei eurem persönlichen Versteckspiel mit dem Vater!
Abonnieren
Posts (Atom)